Körpergewicht ist kein Willens- oder Disziplinproblem. Es ist ein medizinisches Signal. Wir lesen es.
Warum der übliche Ansatz nicht reicht
Die meisten Ernährungsberatungen beginnen mit dem Kaloriendefizit. Das ist nicht falsch – aber es ist unvollständig. Körpergewicht entsteht nicht im Vakuum. Es ist das Ergebnis aus Insulinsensitivität, Hormonstatus, Entzündungsparametern, Schlafqualität, Stressbelastung, Körperzusammensetzung und – in einem nicht unerheblichen Anteil – Genetik.
Wer nur eine Variable (die Kalorienzufuhr) verändert, ohne die übrigen zu kennen, optimiert mit verbundenen Augen. Das erklärt viele Verläufe, die frustrieren: nicht weil der Patient zu wenig Disziplin hatte, sondern weil der Therapieplan zu wenig Information hatte.
Wir beginnen daher nicht mit dem Ernährungsplan. Wir beginnen mit der Diagnostik.
Was wir messen – bevor wir behandeln
Körperzusammensetzung (Bioimpedanzanalyse, BIA)
Gewicht auf der Waage ist eine Zahl. Zu wenig Information, um therapeutisch zu handeln. Die BIA unterscheidet Muskelmasse, Körperfett und Wasserverteilung – und gibt uns damit das Bild, das wir für eine sinnvolle Therapieplanung brauchen. BIA-Kontrollen im Verlauf zeigen, ob sich die Körperzusammensetzung tatsächlich verändert – nicht nur das Gewicht.
Metabolisches Labor
Nüchterninsulin, HbA1c, Lipidstatus, Schilddrüsenwerte, Entzündungsmarker, Leber- und Nierenwerte, Vitamin- und Mikronährstoffversorgung. Das Spektrum, das erklärt, wie Ihr Körper auf Ernährungs- und Bewegungsinterventionen antwortet – und wo medikamentöse oder gezielte Supplementierung sinnvoll sein kann.
Sonographie Abdomen
Wir schauen direkt auf die Leber. Eine nicht-alkoholische Fettleber (NAFLD/MASH) liegt bei metabolischen Störungen häufig vor – oft asymptomatisch, häufig unterschätzt. Sie verändert die Therapiestrategie fundamental: Die Fettleber reagiert auf andere Maßnahmen als „einfaches“ Übergewicht, und sie erhöht das kardiovaskuläre Risiko unabhängig vom BMI.
Kardiovaskuläre Funktionsdiagnostik
Übergewicht und metabolische Störungen hinterlassen Spuren im Gefäßsystem, lange bevor klinische Symptome entstehen. Wir messen Pulswellengeschwindigkeit (PWV) und zentralen Blutdruck als direktes Maß für arterielle Gefäßsteifigkeit – ein Risikoparameter, der im Standard-Checkup nicht vorkommt. Dazu EKG und Herzfrequenzvariabilität (HRV) als Maß für kardiovaskuläre Regulationsfähigkeit.
Das Programm
6,5 Monate. 9 Termine. Keine App, kein Onlinekurs, keine Gruppenberatung.
Individuell bedeutet konkret: Die Diagnostikbefunde aus Ihrem Labor, Ihrer BIA und Ihrer Ultraschalluntersuchung fließen direkt in Ihren Therapieplan ein. Es gibt kein Standard-Programm, das auf alle passt. Zwei Patienten mit demselben BMI können auf vollständig unterschiedliche Interventionen angewiesen sein.
Programmablauf
Termin 1 – Anamnese und Diagnostik
Ausführliches Erstgespräch (60–90 Min.), Körperzusammensetzungsanalyse (BIA), Ruhe-EKG, Laborauftrag, Sonographie bei relevanter Fragestellung.
Termin 2 – Befundbesprechung und Therapieplanung
Es werden alle Befunde gemeinsam besprochen. Ernährungsmedizinische Empfehlung, Bewegungsmodul, Supplementierungsbedarf – individuell, nicht nach Schema. Bei entsprechender Indikation: Einleitung medikamentöser Begleitung.
Termine 3-8 – Begleitgespräche
Verlaufskontrollen (BIA, Labor), Anpassung des Plans, Bewegungsempfehlung konkretisieren, Umgang mit Plateaus, Alltagsintegration. Frequenz: monatlich, mit Flexibilität.
Termin 9 – Abschlussbilanz
Vergleichsmessung, Befundkontrolle, Evaluation, Planung der Weiterführung.
Zwischen den Terminen: Fragen per E-Mail. Keine Hotlines, keine Callcenter – direkte Kommunikation.
| Kosten: Die Abrechnung erfolgt privatärztlich nach GOÄ. Viele Leistungen werden von privaten Krankenversicherungen (PKV) ganz oder teilweise erstattet – sprechen Sie Ihren Versicherer vorab an oder fragen Sie uns. Wir nennen Ihnen die relevanten GOÄ-Ziffern. |
Medikamentöse Therapie: GLP-1-Agonisten
GLP-1-Agonisten (Semaglutid / Wegovy, Tirzepatid / Mounjaro) sind Wirkstoffe mit gut dokumentierter klinischer Evidenz – für Gewichtsreduktion, Verbesserung der Insulinsensitivität, kardiovaskuläres Risiko und Lebergesundheit.
Sie sind ein Werkzeug – kein Programm.
Wir setzen GLP-1-Agonisten ein, wenn die medizinische Indikation vorliegt:
- Adipositas (BMI ≥ 30 oder ≥ 27 mit metabolischer Begleiterkrankung)
- Metabolische Fettleber (NAFLD/MASH) – hier ist die Datenlage zur Wirksamkeit inzwischen robust
- Insulinresistenz und metabolisches Syndrom
- Wenn ernährungsmedizinische Maßnahmen allein klinisch nicht ausreichen
Was das in der Praxis bedeutet: Die Therapie läuft nie ohne Begleitung. Regelmäßige BIA-Kontrollen stellen sicher, dass die Gewichtsabnahme aus Fettmasse und nicht aus Muskelmasse kommt – ein entscheidender Unterschied, der in vielen GLP-1-Therapien zu wenig Aufmerksamkeit bekommt. Laborkontrollen überwachen Wirksamkeit und Verträglichkeit. Die ernährungsmedizinische Begleitung bleibt parallel aktiv.
Was wir nicht tun: GLP-1-Rezepte ohne vollständige Diagnostik, ohne Verlaufskontrolle und ohne medizinisches Gesamtkonzept ausstellen. Für dieses Angebot gibt es andere Anlaufstellen. Was wir anbieten, ist der Unterschied zwischen einer Therapieoption und einem Selbstbedienungsschalter.
Für wen ist dieses Angebot?
Sie wollen Ihr Gewicht aus medizinischer Perspektive angehen – mit vollständiger Diagnostik, individueller Therapieplanung und ärztlicher Begleitung, die über das Ausstellen eines Rezepts hinausgeht.
Oder Ihr Arzt hat Ihnen gesagt, dass Sie abnehmen sollten – und Sie wollen verstehen, was das konkret bedeutet und warum es diesmal Bestand haben soll.
Oder Ihre Laborwerte zeigen erhöhte Insulinwerte, eine Fettleber, ein metabolisches Syndrom – und Sie wollen medizinisch handeln, bevor sich das weiterentwickelt.
Das Programm eignet sich nicht für alle. Wenn Sie primär schnelle Ergebnisse auf der Waage suchen, ohne Bereitschaft zur diagnostischen Grundlage und zur aktiven Mitarbeit, sind wir nicht die richtige Wahl. Das ist keine Kritik – es ist eine ehrliche Einschätzung, was dieses Programm leistet und was nicht.
Fragen, die häufig gestellt werden
Ja. Prävention bedeutet, bevor der Schaden groß ist. Die wirksamsten medizinischen Eingriffe passieren dann, wenn noch keine manifeste Erkrankung vorliegt – nicht danach.
Eine Ernährungsberatung gibt Empfehlungen. Wir geben Ihnen zuerst die Diagnostik, die erklärt, welche Empfehlung für Sie sinnvoll ist – und wir tragen als Arzt medizinische Verantwortung für den Therapieverlauf. Das ist ein anderer Auftrag.
Nein. Bestehende Medikation wird in der Anamnese erfasst und bei der Therapieplanung berücksichtigt. In manchen Fällen verändert eine erfolgreiche Gewichts- und Stoffwechseltherapie den Bedarf an Begleitmedikation – das begleiten wir.
Ausdrücklich ja. Bewegung ist ein integraler Bestandteil der metabolischen Therapie, kein Add-on. Wenn eine bewegungsmedizinische Untersuchung (Funktionsdiagnostik, Belastungstest) sinnvoll ist, integrieren wir das.
Nächster Schritt
Vereinbaren Sie einen Termin. Im ersten Gespräch klären wir gemeinsam, ob und wie das Programm zu Ihrer Situation passt. Kein Verkaufsgespräch – eine medizinische Einschätzung.
