Sporttauglichkeitsbescheinigung ist das Minimum. Hier gibt es mehr.
Was Sie von einem Sportarzttermin erwarten können – und was nicht
Die meisten sportmedizinischen Untersuchungen enden mit: „Sie sind fit.“ Das stimmt meistens sogar. Es sagt nur nichts darüber aus, wo Sie Kraft verlieren, warum das linke Knie beim Laufen zieht, oder wie Ihr Herz-Kreislauf-System auf intensive Belastung reagiert.
Sportmedizin hier bedeutet: diagnostisch hinschauen, nicht nur abhaken.
Das umfasst Bewegungsdiagnostik auf funktioneller Ebene, kardiovaskuläre Funktionsanalyse und – wo sinnvoll – die Verbindung zur Ernährungsmedizin. Drei Bereiche, ein Arzt, ein Befundbild.
Diagnostik, die über das Ruhe-EKG hinausgeht
Funktionelle Bewegungsdiagnostik – FMS und SFMA
Functional Movement Screen (FMS) und Selective Functional Movement Assessment (SFMA) sind standardisierte Verfahren, die nicht einzelne Muskeln isoliert beurteilen, sondern Bewegungsmuster als System.
FMS prüft sieben grundlegende Bewegungsmuster: Asymmetrien und Kompensationen, die Verletzungsrisiko erhöhen oder Leistung kosten – oft ohne dass man sie bewusst wahrnimmt. Das Ergebnis ist kein Tauglichkeitsstempel, sondern eine Befundlage, die erklärt, wo der Körper gerade kompensiert und auf wessen Kosten.
SFMA geht einen Schritt weiter: strukturierte Bewegungsanalyse bei schmerzhaften Einschränkungen, mit dem Ziel, den Ursprung des Problems zu finden – nicht nur das Symptom zu benennen.
Klinisches Ergebnis: keine Empfehlung „mehr dehnen“, sondern eine Grundlage, die Bewegungs- und Trainingsempfehlungen auf Ihren Befund zuschneidet.
Herzfrequenzvariabilität (HRV) und Ruhe-EKG
HRV ist ein direktes Maß für die Regulationsfähigkeit des autonomen Nervensystems. Im Trainingskontext: Wer intensiv belastet, braucht ausreichend Erholung. HRV macht objektiv messbar, was subjektiv oft im Nebel bleibt.
Das Custo cardio 300 liefert Ruhe-EKG, HRV-Analyse und Sportmodul – in-house, ohne Überweisung.
Pulswellengeschwindigkeit (PWV) und zentraler Blutdruck
Sport ist gut für die Gefäße. Aber nicht bei jedem gleich. PWV misst arterielle Gefäßsteifigkeit – das vaskuläre Alter, unabhängig vom kalendarischen Alter. Ein 47-Jähriger mit normalen Blutdruckwerten kann ein kardiovaskuläres Risikoprofil haben, das im Routine-Check unsichtbar bleibt. Hier nicht.
Körperzusammensetzung (BIA)
Muskelmasse, Körperfett, Wasserverteilung. Trainingsfortschritt ist nicht „minus zwei Kilo auf der Waage“. Es ist: Woher kommen die zwei Kilo? BIA macht die Frage beantwortbar.
Ultraschall Bewegungsapparat
Schulterschmerzen beim Drücken. Knieschmerzen nach dem Lauf. In-house-Sonographie für Schulter, Knie und weitere Gelenke erlaubt eine direkte strukturelle Beurteilung – ohne Wartezeit, ohne Überweisung an die nächste Praxis. Kombiniert mit dem FMS/SFMA-Befund ergibt sich ein Bild, das erklärt statt nur beschreibt.
Für wen das hier passt
Leistungsorientierte Aktive, 30–55 Jahre – kein Profi-Hintergrund nötig:
Wer regelmäßig trainiert (Kraft, Ausdauer, Kampfsport, Mannschaftssport) und irgendwann merkt, dass Trainingsvolumen allein nicht mehr weiterführt. Wer rezidivierende Beschwerden hat, die behandelt aber nicht gelöst wurden. Wer sich eine valide Grundlage für Trainings- und Ernährungsempfehlungen wünscht – keine Meinung, sondern Befunde.
Und der 45-jährige Manager, der drei Mal pro Woche trainiert, seinen Körper als Investition betrachtet – und wissen will, ob er das richtig macht.
Was hier nicht bedient wird: Vollzeit-Leistungssportler, die Verbandsniveau-Diagnostik mit Stufentests für Wettkampfvorbereitung suchen. Dafür gibt es das Athletikum (UKE). Das ist eine andere Infrastruktur, ein anderes Klientel.
Aktive 50+, die wissen wollen, ob sie weitermachen können:
Handwerker, der seit 30 Jahren auf dem Knie arbeitet und jetzt spürt, dass es nicht mehr reibungslos läuft. Harleyfahrer, der auch mit 60 noch Touren plant und sich fragt, ob Herz und Kreislauf das mitmachen. Selbstständiger, der wieder mit Sport anfangen will – und keine Lust auf eine Antwort hat, die lautet: „Erst mal kürzertreten.“
Diese Patienten suchen keine Performance-Optimierung. Sie suchen eine medizinische Einschätzung: Kann ich weitermachen? Was steckt hinter der Schulter, die seit Monaten zickt? Ist das kardiovaskuläre Profil okay für das, was ich vorhabe?
Das ist genau der Bereich, in dem Ultraschall, FMS-Befund und HRV-Analyse zusammenspielen: strukturelle Beurteilung von Gelenken und Bewegungsapparat, Funktionsanalyse der Bewegungsmuster, kardiovaskuläre Einschätzung unter Belastung. Keine Panikmache, keine übervorsichtigen Empfehlungen – sondern eine ehrliche Befundlage, auf deren Basis eine informierte Entscheidung möglich ist.
Sporttauglichkeit
Für Vereine, Verbände, Versicherungen oder sportliche Wettkämpfe, die eine ärztliche Sporttauglichkeitsbescheinigung erfordern: Die Untersuchung umfasst Anamnese, körperliche Untersuchung und Ruhe-EKG, je nach Anforderungsprofil erweiterbar. Abrechnung privatärztlich nach GOÄ.
Häufige Fragen
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Ich bin kein Leistungssportler. Macht das hier für mich trotzdem Sinn?
Ja – das Gros der Patienten hier sind keine Profis. Menschen mit ernsthaftem Aktivitätsniveau, die präzise Unterstützung suchen statt generischer Ratschläge.
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Brauche ich eine Überweisung?
Nein. Privatpraxis, direkt buchbar. Kein Kassenarztvorbehalt, keine Warteliste.
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Kann ich Sportmedizin mit Ernährungs- oder Gewichtsmanagement kombinieren?
Ausdrücklich ja. Körperzusammensetzung, Stoffwechselparameter und Bewegungsqualität greifen direkt ineinander. Beides unter einem Arzt, keine Paralleltermine an verschiedenen Stellen.
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Ich trainiere bereits mit einem Personal Trainer. Macht das hier noch Sinn?
Beides ergänzt sich. Die ärztliche Befundebene – Diagnostik, Strukturbeurteilung, Labor – ist eine andere als die Trainingsebene. Beide brauchen einander, wenn es präzise sein soll.
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Ich bin 58, aktiv, merke aber dass es zwickt und zwiebelt. Macht eine Untersuchung hier Sinn?
Ja – und genau dafür ist diese Praxis auch da. Ultraschall, Bewegungsanalyse und kardiovaskuläre Diagnostik geben eine Antwort auf der Befundebene – nicht „erstmal kürzertreten“, sondern: was ist strukturell los, und was heißt das konkret für das, was Sie vorhaben.
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Was kostet eine sportmedizinische Untersuchung?
Abrechnung nach GOÄ, privatärztlich. Viele PKV erstatten sportmedizinische Leistungen ganz oder teilweise – sprechen Sie Ihre Versicherung vorab an oder fragen Sie uns nach den relevanten GOÄ-Ziffern.
Mitgliedschaft in Fachgesellschaften:
- Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP)
- Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM)
- Berufsverband Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM)
- Medizinisches Team des Deutschen Ju Jutsu Verbandes (DJJV)
Nächster Schritt
Termin vereinbaren. Im ersten Gespräch klären wir, welche diagnostischen Bausteine für Ihre Situation relevant sind – und was danach konkret folgt.
Peter Marks · Facharzt für Chirurgie · Zusatzbezeichnungen Ernährungsmedizin (ÄKSH 10/2024) und Sportmedizin (ÄKSH 12/2025)
